Cobalt und Erythropoetin

Cobalt gilt als essenzielles Spurenelement, da es das Zentralatom des Vitamin B12 ist, welches dem Körper als Coenzym dient. Andere biologische Funktionen werden leider kaum beleuchtet, obwohl es einige Untersuchungen dazu gibt. An Tieren wurde schon vor vielen Jahrzehnten beobachtet, dass eine Supplementierung mit B12 ein Cobaltdefizit nicht ausgleichen kann, woraus abzuleiten ist, dass Cobalt auch andere biologische Funktionen hat. Des Weiteren führt Cobaltmangel bei Tieren zu Wachstumsdefiziten, Anämie und verringerter Immunität.

Bekannt ist, dass Cobalt die Produktion von Erythropoetin (auch bekannt als EPO) steigert.

Cobalt führt zu einer Reaktion im Körper, die sonst durch Hypoxie (Sauerstoffmangel) ausgelöst wird. Cobalt verhindert den Abbau des Transkriptionsfaktors HIF-1α (hypoxia-inducible factor-1α), wodurch mehr von diesem vorliegt. Dieser Transkriptionsfaktor induziert die Produktion von Erythropoetin.

Dadurch ergeben sie indirekt viele Wirkungen von Cobalt. Erythropoetin induziert die Bildung roter Blutkörperchen, wodurch der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird und die Leistungsfähigkeit steigt. Cobalt wurde zu diesem Zweck von Sportlern als Dopingmittel genutzt, mittlerweile steht es auf der Dopingliste.

Durch die gesteigerte Bildung von Erythrozyten hilft Cobalt gegen Anämie.

Erythropoetin hat außerdem noch weitere interessante Funktionen – es ist cardio- und neuroprotektiv, verbessert das Gedächtnis, moduliert die Plastizität und Verknüpfungen neuronaler Netzwerke und stimuliert die Neurogenese; weswegen es einige klinische Studien zur Anwendung von Epo und Epo-induzierenden Faktoren, wie Cobalt einer ist, bei Erkrankungen des Gehirn wie Schlaganfall, Schizophrenie und MS gibt.

Übrigens: Nickel induziert wie Cobalt die Erythropoetinbildung – Nickel steht hingegen nicht auf der Dopingliste.

Unsere eigene Erfahrungen mit Cobalt sind: erhöhte Konzentrationsfähigkeit, Wachheit und schnelleres Denken auf eine angenehme Art.

Luisa Gleichauf

Quellen

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