Bismut bei Magen-Darm-Erkrankungen

Bismuthaltige Arzneimittel haben eine lange Tradition in der Medizin als antibakterielle Mittel und werden auch heute noch bei Problemen im Magen-Darm-Trakt wie Durchfall, Sodbrennen, Verdauungsstörungen oder Übelkeit eingesetzt.

Das in den USA freiverkäufliche Mittel Bismutsubsalicylat ist die häufigste bismuthaltige Arznei, es werden aber auch andere Bismutverbindungen angewandt. Sie alle setzen im Magen Bismutionen frei, welche antibakteriell wirken.

Dies ist besonders hilfreich bei Magengeschwüren und Magenentzündungen, welche hauptsächlich durch Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori bedingt sind, gegen welches Bismutverbindungen gut funktionieren. Bismut scheint außerdem auch andere Bakterieninfektionen des Verdauungstrakts zu bekämpfen, denn es hilft bei bakteriell bedingentem (Reise-)durchfall. Es mildert außerdem die Symptome einer Norovireninfektion.

Des weiteren scheinen Bismutverbindungen ebenfall bei chronisch entzündlichen Erkrankungen des Darms wie Colitis ulcerosa oder mikroskopischer Colitis hilfreich zu sein.

Da in fast allen klinischen Studien organische Bismutverbindungen verwendet werden, welche sowohl Bismutionen als auch ein weiteres pharmakologisch wirksames Produkt (z.B. Salicylsäure) freisetzen, ist es anhand dieser Studien schwer zu sagen, welche Effekte die Gabe von anderen Bismutsalzen haben, die keinerlei andere Wirkstoffe enthalten, sondern nur Bismutionen freisetzen. Unser Erfahrung nach lindert diese auch die Symptome von Magen-Darmerkrankungen und beschleunigt die Heilung.

Luisa Gleichauf

Quellen:

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